Faszination Pacific Crest Trail – Themenseite zum PCT

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Mein Traum vom PCT

Einmal im Leben den Pacific Crest Trail (PCT) im Westen der USA komplett bewältigen. Davon träume ich nun schon etwas länger. Fernwanderungen sind für mich nicht nur das Salz in der Wandersuppe sondern auch die Suppe selbst. Tageswanderungen finde ich zwar schön, sie begeistern mich jedoch nicht so sehr wie Wanderungen, bei denen ich mehrere Tage am Stück unterwegs bin. Tage? Ok, im Falle des PCTs werden es wohl eher Monate sein. Wie auf meinem Jakobsweg. Dabei habe ich eine tiefe Zufriedenheit und Ausgeglichenheit gespürt. Über den Film „Wild“ bin ich auf das Thema fernwandern und anschließend auf die Idee gekommen, mich auf den Jakobsweg zu begeben – von Köln aus. Eine Erfahrung, die mich heute noch nährt. „Wild“ (der auf diesem Buch von Cheryl Strayed basiert) ist einer der Gründe, warum der PCT mittlerweile bekannt ist und die Anzahl der Wanderer neue Rekordwerte erreichen Doch woher kommt diese Faszination, die immer mehr Menschen dazu bewegt, knapp 4.300km entlang der US-amerikanischen Westküste zu wandern?

Blick auf den Mount Rainier National Park (C) by Samantha Levang under CC BY 2.0

Herausforderung „Pazifischer Gipfel-Weg“

Pacific Crest Trail bedeutet übersetzt so viel wie „Pazifischer Gipfel-Weg“. Diesen Namen hat er auch redlich verdient, denn er bietet auf seiner gesamten Strecke über 125.000 Höhenmeter – das sind über 29 Höhenmeter pro Kilometer. Für den Durchschnittswanderer ziemlich anspruchsvoll, wenn du mich fragst. Der Forester Pass ist der höchste Punkt des Weges und verläuft durch Kalifornien. Mit einer Höhe von 4.009m über Normalnull hat er sich den Namen „Gipfel“ also durchaus verdient. Zum Vergleich: der höchste Gipfel der Zugspitze, des höchsten Berges in Deutschland, misst „nur“ 2.962m über NN. Eine weitere Besonderheit des Weges sind die großen Höhenunterschiede: der tiefste Punkt, die Stadt Cascade Locks in Oregon liegt auf einer Höhe von 52m über Normalnull. Zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Punkt liegen also 3.957 Höhenmter.

4.300km – von einer Grenze zur anderen

Die Gesamtstrecke von knapp 4.300km verläuft durch die drei Bundesstaaten Kalifornien, Oregon und Washington. Den größten Teil der Strecke legen die Wanderer in Kalifornien zurück. Der PCT verläuft rund 2.750km durch diesen Bundesstaat. Das sind fast zwei Drittel des Weges. In Oregon bleiben so noch knapp 730km, in Washington 820km.

Der Pacific Crest Trail im Überblick (C) by Magellan

Der Pacific Crest Trail – ein Weg der Superlative

Der Start, für gewöhnlich im Süden Kaliforniens bietet gleich zu Beginn eine Superlative. Die San Jacinto Mountains mit ihrem ca. 3300m hohen Gipfel müssen überwunden werden. Danach führt der Weg hinab in die Mojave Wüste. Die 35.000 Quadratkilometer große Regenschattenwüste ist eine der heißesten Regionen Nordamerikas und wartet, zumindest im Sommer, häufig mit Temperaturen von bis zu 45°C auf.

Das Tor in die Sierra Nevada

Zwischen Mojave Wüste und Sierra Nevada liegt Kennedy Meadows, ein Dorf mit offiziell 28 Einwohnern. Kennedy Meadows ist auf dem PCT dennoch sehr bekannt. Aber wie schafft es ein Dorf mit 28 Einwohnern zur Berühmtheit? Die Lage trägt viel zur Berühmtheit bei, da die Wanderer in Kennedy Meadows endlich am Ende der Mojave-Wüste angekommen sind und Wasserprobleme zunächst einmal passé sind. Kennedy Meadows ist für viele Hiker „das gelobte Land“, hier gibt es eine Einkaufsladen und Trail Angel, also Menschen, die am Weg wohnen und den Hikern helfen – beispielsweise durch das Anbieten einer Waschmaschine. Das ist für die meisten wohl auch dringend nötig, bevor es dann in die höhen der Sierra Nevada geht.

Kennedy Meadows – „das gelobte Land“ (C) by Stephen Colebourne under CC BY-ND 2.0

Hoch hinaus in die Sierra Nevada

Der Weg hinein in die Sierra Nevada ist steil und führt vorbei am 4.421m hohen Mount Whitney, dem höchsten Berg der USA. Der PCT führt nicht über den Mount Whitney, dafür aber über den über 4000m hohen Forester Pass. Die karge Berglandschaft verläuft am Yosemite National Park vorbei (dazu empfehle ich dir den Film „Valley Uprising“), weiter Richtung South Lake Tahoe, Pluma National Forest und Lassen National Forest. Die Hiker bewegen sich Stück für Stück immer weiter in den Norden Kaliforniens hinein. Mit dem Erreichen des Klamath National Forest rückt die Grenze zu Oregon in greifbare Nähe. Hier sind zwei Drittel des Weges absolviert.

An diesem Wegweiser liegen zwei Drittel der Strecke hinter den Hikern (C) Carissa Rogers under CC BY 2.0

Tschüss Kalifornien, hallo Oregon

Angekommen in Oregon ändert sich das Landschaftsbild drastisch: hier gibt es viele grüne Waldflächen und der Weg verläuft relativ flach entlang des Umpqua National Forest. Für die Hiker, die sich durch das auf und ab in Kalifornien an die tägliche Anstrengung gewöhnt haben, bietet Oregon nun die Möglichkeit „Strecke zu machen“. Sobald der Mount Hood National Forest erreicht wird, ist die Grenze zu Washington nicht mehr weit. Hier befindet sich der Columbia River und an seinem Ufer der bereits erwähnte tiefste Punkt der Strecke – Cascade Locks.

Ein wunderbarer Blick auf den Mount Hood (C) Thomas Shahan under CC BY 2.0

Noch einmal alles geben!

Danach geht es in die Cascade Mountains (Kaskadenkette) in Washington. Hier wird der Weg wieder schroffer und verlangt den Hikern noch einmal mit steilen Auf- und Abstiegen alles ab. Der Winter hält gerne auch schon im September Einzug, weshalb sich die Wanderer hier noch einmal ins Zeug legen müssen, um vor dem Wintereinbruch die Grenze zu Kanada zu erreichen. Die letzten Kilometer in Kanada bis nach Manning Park sind das kurze Auslaufen nach einer langen Reise.

Bist du North- oder Southbounder?

Den PCT kannst Du nicht zu jeder Zeit bewandern. Wer zum falschen Zeitpunkt startet trifft im Hochgebirge mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Schnee und Eis und bekommt in der Wüste Probleme mit großer Hitze und begibt sich damit in akute Lebensgefahr. Deshalb gibt es sowohl für die Süd-Nord-Strecke als auch für die (seltener in Anspruch genommene) Nord-Süd-Strecke „optimale“ Startzeitpunkte. Für die sogenannten „Northbounder“, also Hiker die von Süden nach Norden wandern, wird der Start zwischen Mitte April und Anfang Mai empfohlen. Für die „Southbounder“, also Hiker die von Norden nach Süden wandern wird ein Start zwischen Ende Juni und Anfang Juli empfohlen.

Diese Zeichen begleiten dich den ganzen Weg über (C) Rob Bertholf under CC BY 2.0

Die Zahl der Thru-Hiker nimmt kontinuierlich zu

Der PCT erlangte in den letzten Jahren immer mehr Bekanntheit. Dazu hat Cheryl Strayed mit ihrem Roman „Wild“ und der anschließenden Verfilmung des Buchs beigetragen. Im Jahr 2000 haben 128 Menschen den kompletten Weg absolviert, 2011 waren es 156. 2012 wurde das Buch veröffentlicht. In den Folgejahren ging es dann steil bergauf. 2014 (das Jahr, in dem der Film veröffentlicht wurde) waren es zum ersten Mal knapp 500 Menschen (487) die den Pacific Crest Trail als Thru-Hiker absolvierten, im letzten Jahr (2016) näherte sich die Zahl mit 699 Durch-Wanderern bereits mit großen Schritten der 1.000er Marke. Den 699 erfolgreichen Absolventen stehen 5.657 von der PCTA ausgestellten „Permits“ gegenüber, also Genehmigungen, sich auf den Weg zu machen. Die Quote der erfolgreichen Thru-Hikes liegt also nur bei knapp über zehn Prozent (bzw. bei den Wanderern, die sich erfolgreich ber PCTA zurückmelden – dazu besteht kein Zwang).