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Hier erscheint jeden Tag ein neuer Tagebucheintrag aus der sechsten Woche meiner 88-tägigen Reise auf dem Jakobsweg. In dieser Woche habe ich jeden Tag einen Tagebucheintrag geschrieben.

In der sechsten Woche habe ich folgende Strecken zurückgelegt:

Woche 6 - Jakobsweg Tagebuch

Falls du gerade erst auf mein Tagebuch stößt, findest du hier die Einträge aus den anderen Wochen:

Der neuste Tagebucheintrag steht jeweils unten. Du kannst meinem Kopf beim Rattern und Springen von A nach B zusehen – viel Spaß dabei.

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Tagebucheintrag von Freitag, den 21.08.2015:

Tag 36, Le-Cergne – Pouilly-sous-Charlieu, 25km – ca. 440hm

Was ein Tag. Jakobsweg at it’s best. Heute hat sich der Weg von all seinen Seiten gezeigt. Erst war der Weg landschaftlich mal wieder super schön, ich habe auf dem kurzen Weg von Le-Cergne nach Charlieu super Gespräche mit Michael geführt und die Sonne hat uns angelacht.

Wir hatten jedoch von Anfang an das Unterkunftsproblem: in Charlieu waren die Unterkünfte entweder belegt oder teuer. Eine Dame in einem Café in Mars reservierte uns einen Camper – mit einem Bett. Sie war der dritte Trailangel. Michael und ich haben ziemlich schnell gemerkt, dass wir nicht unbedingt in einem Bett schlafen wollen. Ich hab damit kein so großes Problem – es muss nicht sein aber wenn es nicht anders geht, so what. Ich habe mir sehr lange mit meinem besten Kumpel das Bett geteilt, als dass das mir unangenehm wäre, kann aber natürlich nachvollziehen, dass das nicht jeder so sieht. Mein Angebot, ihm dem Camper zu überlassen und einen Ort weiterzugehen war eine Erleichterung für Michael und eine Last zugleich. Er hatte, genau wie ich, damit gerechnet, dass wir das Wochenende noch zusammen verbringen. Deshalb hat er als meine Freunde mit den Kids da waren die ganze Zeit versucht, eine Unterkunft für uns beide zu finden, musste aber letztendlich genervt aufgeben. Hätte seine Wade mitgespielt, wäre er noch mitgekommen aber die Vernunft hat gesiegt, was auf jeden Fall die richtige Entscheidung war.

Die Trennung fiel uns nicht einfach, obwohl wir nur zweieinhalb Tage gemeinsam unterwegs waren. Aber wir haben uns super gut verstanden und es hat einfach gepasst. Michael werde ich wohl nicht mehr sehen – dafür bin ich zu schnell unterwegs. Danke Dir für die schöne Zeit Großer! Ich hab es wirklich genossen!

Auch die drei Stunden mit meinen Freunden von zu Hause waren toll – es hat sich angefühlt wie ein Stück Heimat. Ein Lüftchen, das ich kurz schnuppern kann, das aber viel zu schnell verweht. Es hat auf jeden Fall richtig Spaß gemacht und die beiden sind eigentlich Trailangel Nr 4 und 5. Aber Freunde lasse ich mal aus meiner Trailangel-Rechnung raus. Sie haben mir Bananen und eine Flasche Wein da gelassen. Ich bin im Anschluss noch 9km weiter nach Pouilly-sous-Charlieu. Morgen gebe ich Gas, um dem großen Regen am Sonntag zu entkommen. Hey ho, let’s go.

Jakobsweg-Tagebuch Woche 6

Freunde, die mich besucht haben, haben mir ein Stückchen Heimat auf den Weg gebracht – danke ihr Lieben!

Tagebucheintrag von Samstag, den 22.08.2015:

Tag 37, Pouilly-sous-Charlieu St.-Jean-St.-Maurice-sur-Loire, 47km – ca. 850hm

Nur noch knappe 150km bis nach Le Puy. Endlich wieder eine Pause. Mit fallen gleich die Augen zu. Vielleicht schreib ich morgen früh. War toll heute, aber sehr heiß.

Jakobsweg-Tagebuch Woche 6

Manchmal musst du zum Weiterkommen auch Hindernisse überwinden, die zunächst unüberwindbar scheinen (PS: Es gab eine Brücke, die man auf dem Bild nicht sieht ;))

Tagebucheintrag von Sonntag, den 23.08.2015:

Tag 38, St.-Jean-St.-Maurice-sur-Loire – Montverdun, 37km – ca. 630hm

Heute gab es geregnet. Das war der erste Tag, an dem es komplett durchgeregnet hat.

Die 37km von St Jean St Maurice nach Montverdun sind dennoch schnell vergangen, auch wenn die Füße unterwegs ein bisschen gezickt haben. Morgen stehen wieder 39km auf dem Programm aber ich bin mir sicher, dass ich auch die meistern werde.

Heute schlafe ich in Montverdun im Kloster und dachte fast schon ich bin allein – jetzt sind allerdings noch zwei Franzosen dazugekommen. Macht aber nichts, ist ja schließlich eine Herberge und kein Einzelzimmer. Aktuell plane ich wieder die Strecke um – mal schauen, wo ich morgen unterkomme.

Ich habe heute noch kurz mit meiner Mutter telefoniert und sie hat mir ganz begeistert von einer Herberge in Spanien erzählt. Mittlerweile geht sie voll darin auf, Sachen über den Jakobsweg zu lesen und sich zu informieren.

Jetzt aber schlafen, morgen klingelt der Wecker wieder recht früh. Gute Nacht.

Jakobsweg-Tagebuch Woche 6

Und wieder eine Nacht in der Herberge – die Abstände der Herbergen wurden immer geringer und die Unterkünfte wurden günstiger…

Tagebucheintrag von Montag, den 24.08.2015:

Tag 39, Montverdun – La-Chapelle-en-Lafaye, 48km – ca. 1.480hm

Heute war heftig aber schön. 48km mit 1500hm sind einfach heftig. Morgen steht eine ähnlich weite Strecke an. Dafür sind es dann am Mittwoch nur noch 19km bis Le-Puy. Boah wie ich mich auf das Zwischenziel freue.

Heute auf dem Weg von Montverdun nach La-Chapelle-en-Lafaye habe ich den höchsten Punkt der kompletten Strecke Trier – Le Puy erreicht (1.175m ü NN). Man könnte meinen jetzt geht es nur noch Berg runter, ist aber leider nicht ganz der Fall – ein paar Höhenmeter (so um die 26.000) habe ich noch vor mir.

Meine Oma war heute wieder ganz aufgeregt und meint schon jetzt, es wäre Zeit, dass ich endlich wiederkomme. Und meine Mum wird in letzter Zeit nicht müde, zu erwähnen, dass sie mich jeden Tag verfolgt. Eltern und Großeltern sind schon was Tolles – und können auch ganz schön anstrengend sein.

Ich bin jetzt müde und mache gleich die Äuglein zu. Ich bin ganz allein in der Herberge. Das ist toll, weil ich viel Platz habe und mich ausbreiten kann, aber auch blöd, weil ich keine Gesellschaft habe. Alles hat seine guten und schlechten Seiten…Gute Nacht!

Jakobsweg-Tagebuch Woche 6

Morgenstund hat Gold – und tolle Ausblicke – im Mund!

Tagebucheintrag von Dienstag, den 25.08.2015:

Tag 40, La-Chapelle-en-Lafaye – Le Cros, 49km – ca. 900hm

Wieder einmal habe ich fast 50km zurückgelegt. Von Le-Chapelle-en-Lafaye zur „Auberge“ in Le Gros. Das ist nur eine kleine Siedlung, die man unter dem Namen nicht mal bei Google Maps findet.

Die Auberge ist für mich heute ein Wohnwagen, da die normale Herberge voll besetzt ist. Der Wohnwagen könnte zwar mal wieder ein bisschen aufgepimpt werden, ist aber im Großen und Ganzen in Ordnung. Lediglich die ganzen Fliegen nerven mich – liegt wohl an dem Ziegenstall nebenan.

Die Strecke heute war echt wunderschön, heut morgen auf knapp 1200m Höhe war es so kalt, dass ich zum ersten Mal meinen Fleece-Pulli anhatte. Geiles Teil. Danach ging es über eine alte Römerstraße, durch viele wunderschöne Wälder und Felder. Das Wetter war großartig.

So richtig was gegessen hab ich jetzt schon zwei Tage nicht mehr, weil ich gestern verpeilt habe, Taboulé zu kaufen und die Avocados leider schon überreif waren. Wird Zeit, dass ich morgen in Le Puy einlaufe und dann endlich „normal“ einkaufen kann. Das wird ein Fest mit Badewanne und Küche. Ich freu mich jetzt schon riesig und es sind nur noch 20km. Heute hatte ich riesig gute Laune und hab im Wald einfach nur gestrahlt.

Ich habe mich mit Freude an meine Projekt-Zeit Zeit in Hamburg zurückerinnert, vor allem wegen des tollen Teams. Danach hab ich einen der Teamkollegen angerufen, aber der ist ganz tief im IBM- Geschehen. Witzigerweise saß er gerade mit einem anderen Projektmitarbeiter zusammen, von dem ich leider schon sehr lange nichts mehr gehört hab. Ich will nicht immer der sein, der sich meldet. Ab und an gerne, aber nicht immer. Naja, so kommen und gehen Menschen im Verlauf des Lebens. That’s the way it is… Was solls. Die, die wichtig sind bleiben, da bin ich sicher. Jetzt mach ich mich mal Camper-Bett-fertig. Gute Nacht.

Jakobsweg-Tagebuch Woche 6

Landschaftlich ist der Jakobsweg an vielen Stellen ein absolutes Highlight

Tagebucheintrag von Mittwoch, den 26.08.2015:

Tag 41, Le Cros – Le-Puy-en-Velay, 19km – ca. 420hm

Tag 41 war die Belohnung für die bisherigen Strapazen. Die Strapazen, die an bisher 40 Tagen super viel Spaß gemacht haben. Ich hatte bisher erst einen Tag, der zwar sehr lehrreich aber auch mental mega anstrengend war. Ansonsten strahle ich die meiste Zeit und freue mich, weil der Weg wirklich toll ist.

Heute Nacht im Camper war es doch nicht ganz so cool wie ich anfangs dachte. Obwohl, cool war es schon – im wahrsten Sinne des Wortes. Also genauer gesagt: eiskalt. Dabei fand ich die Vorstellung im Camper zu liegen erst sehr romantisch. Die Vorstellung selbst mal so ein Gefährt zu besitzen, in welchem ich auch leben kann, finde ich nicht abwegig. Dafür muss ich dann wohl noch ein bisschen üben – oder mich um eine anständige Heizung kümmern.

Der Weg führte mich dafür heute sehr sehr entspannt nach Le Puy. Auf dem Weg habe ich Bärbel kennengelernt. Ich habe sie angesprochen, wahrscheinlich war es ein Wink des Schicksals, um mir zu zeigen, dass ich unermüdlich an mir arbeiten muss. Vor ihr hab ich nämlich nochmal den alten Ja-Sager Dominik raushängen lassen, der nicht zu dem steht, was er eigentlich ist und will. Bärbel hieß glaub ich auch eine Dame bei Hape. Naja, auf jeden Fall waren wir nicht so richtig auf einer Wellenlänge. Um nicht unfreundlich zu wirken, schloss ich mich Bärbel für die letzten drei Kilometer an. In Le Puy hab ich mich aber recht schnell von Bärbel verabschiedet und mich auf den Weg zur Wohnung gemacht, auf die ich mich schon den ganzen Tag gefreut habe.

Sie hält alles, was AirBnb versprochen hat. Lediglich die Tauben unterm Dach sind echt lästig. Der Bio Markt war toll und ich hab zugeschlagen wie ein Weltmeister – um danach lecker zu Kochen und ein schönes Bad zu genießen. Morgen mache ich Pause. Das tut gut, vor allem deshalb, weil der Carrefour direkt um die Ecke ist und alles hat, was ich brauche. Top!

Ab jetzt mach ich öfter sowas wie heute zum Frühstück mit Kaffee und Marmeladen-Baguette. Außerdem hatte ich heute wieder ein paar tolle Ideen bzgl. meiner Komfortzonentheorie – das Video, das Rich Roll gepostet hat, hat genau die Gedanken geäußert, die ich gestern auch durchdacht hab: Routine ist der größte Zeitfresser in unserem Leben. Zerstöre die Routine und lass das Glück rein. Veränderungen sind das A und das O, schließlich will das Gehirn beschäftigt sein…

Jakobsweg-Tagebuch Woche 6

Endlich wieder normales Essen. Für meine Pause in Le-Puy habe ich mich in einem Bio-Markt vor Ort eingedeckt

Tagebucheintrag von Donnerstag, den 27.08.2015:

Tag 42, Pausentag in Le-Puy-en-Velay

Pausentage sind einfach toll. Ich hab es mir heute richtig gut gehen lassen, hab viel zu viel gegessen, schön gekocht, mir die Stadt ein bisschen angeschaut und schon mal die Kirche ausgecheckt, in der ich morgen den Pilgergottesdienst besuchen werde, um mir den Pilgersegen abzuholen. Außerdem hab ich meinem Körper nochmal gutes getan, mich gedehnt, mich massiert und meine „Mind-Muscle-Connection“ gestärkt. Ich entdecke immer noch neue Muskeln und Körperstellen, die ich noch nicht kenne. 29 Jahre und ich kenne mich noch nicht richtig. Ich freue mich auf das Sportstudium, das mich in diesem Bereich sicherlich nochmal weiterbringen wird.

Außerdem ärgere ich mich gerade ein wenig, dass ich heute in der Kirche den Pilger nicht angesprochen habe. Er war in meinem Alter und hat einen Pilgerausweis gekauft. Aber bei seinem Gepäck überhole ich ihn wohl sowieso. Mit dem Rucksack könnte er eine Arktis-Expedition überstehen…wir werden uns wiedersehen, da bin ich mir sicher!

Jakobsweg-Tagebuch Woche 6

Hoch oben über Le-Puy ragt die Kathedrale, in der sich Pilger in einem morgendlichen Gottesdienst den Pilgersegen abholen können

Mit diesem Eintrag geht die sechste Woche meines Jakobsweg-Tagebuchs zu Ende. Morgen geht’s in die sechste Woche.

Hier geht’s zu den vorherigen Tagebucheinträgen:

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